Aufbruch des Phönix

(c) by Simon Luka Ziehm 2016

 

...wie der Phönix aus der Asche steigt, so brechen Menschen in etwas Neues, Unbekanntes auf. Viele von ihnen haben dabei dunkle Erfahrungen gemacht und sind an ihre Grenzen gekommen. Sie haben eines gemeinsam: Jede/r ist durch etwas Wichtiges hindurch gegangen: Emotionen, Erfahrungen, Situationen, Irrungen, BurnOut....sie gingen weiter und hielten durch, um eine neue Geburt zu erleben und ihre Flügel auszubreiten.

 

Wir sind sehr gespannt auf Deine/Ihre eigene persönliche phönIQs-Geschichte, Gedankenimpulse oder ein Bild.

 

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Persönliche Gedanken zum Aufbruch des Phönix

von Anke Ziehm

 

Als therapeutisch-philosophische und als private Begleiterin, bin ich vielen Menschen im Aufbruch begegnet.

Da sind Menschen, die über das Gerüst ihres Lebens gestolpert sind und wissen wollen, wie es sich unabhängiger leben lässt. Menschen, die sich im Außen verloren oder auf andere gehört haben, die nun aufbrechen um sich selbst treu zu sein. Menschen, die am Ende ihrer Kraft ganz am Boden liegen und manchmal sogar lieber ins Gras beißen würden...

All diese Menschen verbindet eines: Das Durchhalten und Weitergehen, das Loslassen und sich dem neuen, dem kraftvollen Leben, das noch nicht da ist, hingeben. Irgendwann ist es da, die Erkenntnis, die neue Haltung, das neue und kraftvolle Lebensgefühl mit Lebenswillen und lichtvollen Visionen. Ein Leben, das sich nach dem eigenen anfühlt und nicht ein "Nachleben" ist. Ein Leben, in dem das Gefühl angekommen zu sein, überwiegt und nicht die Suche nach Erfüllung. Der Phönix steigt aus der Asche empro. Altes hat er hinter sich gelassen. Nun breitet er in einer nie erlebten Kraft seine Flügel aus und startet zum Flug.

 

Menschen im Aufbruch stellen sich Fragen wie diese:     

  • Mein Körper streikt. Was nun?
  • Wie komme ich wieder zur Lebensfreude?
  • Wie finde ich zu mir selbst?
  • Wie kann ich aus diesem Hamsterrad aussteigen?
  • Wie führe ich ein authentisches, selbstbestimmtes Leben?
  • Wie kann ich ein erfülltes Leben führen?
  • Welche Vision habe ich?
  • Wie entfalte ich mein Potential?
  • Wie finde ich heraus, was zu mir passt?
  • Was will ich eigentlich?
  • Welchen Sinn hat mein Leben?

 

Viele Menschen im Aufbruch haben lange Zeit nach befestigten Wegen, Leitbildern und  erfolgreichen Methoden gesucht, die ihnen helfen sollten durchs Leben zu kommen. Irgendwann mussten sie vielleicht feststellen, dass all ihre Bemühungen nicht zu einem für sie besseren Leben geführt haben.

 

Der aus der Asche steigende Phönix symbolisiert den Aufbruch eines Menschen aus eigener Kraft. Er verbrannte sich an vielen gutgemeinten Ratschlägen und Erwartungen der Anderen, verbrannte sich durch Über-Engagement und Identifikation mit seiner Umwelt, verbrannte sich auf Wegen Anderer, die nicht seine eigenen waren, die er jedoch gegangen ist, um sich geliebt zu fühlen.

Irgendwann kam der Moment der Erkenntnis: Das Leben, das ich führe, ist nicht das Leben, das ich führen will. Ich will ich selbst sein. Ich will ein wenig ver-rückt sein. Ich will unbeschwert lachen können. Ich will mutig sein und mich nicht von meiner Lebensangst beherrschen lassen. Ich will frei sein. Wenn ich frei bin, dann bin ich glücklich. Freiheit ist Glück.

Der Phönix nahm all seine Kraft und seinen Mut zusammen. Er sagte zu sich selbst: Ich schaffe es! Ich glaube an mich! Ich habe die Kraft zum Aufbruch. Ich bin stark und mutig. Ich habe besondere Gaben, wie jeder andere besondere Gaben hat. Ich stelle mich dem Leben! JAAAA!

Bereit zum Aufbruch lässt der Phönix gestern und heute, hier und anderswo die Asche hinter sich – „Ich habe mich lange genug verbrannt!“, denkt er – streckt seinen Kopf empor, stellt sich auf, entfaltet den linken Flügel, entfaltet den rechten Flügel, flattert ein wenig auf der Stelle und hebt schließlich zum Fluge ab.

 

Sie kennen vielleicht Phönix-Momente. Das Gefühl ganz bei sich selbst und im Einklang zu sein. Das richtige zur richtigen Zeit tun. Im Fluss sein und mühelos vorankommen.

Es fühlt sich gut an. Unbeschwert und leicht, mit der Kraft Bäume ausreißen zu können.

 

Doch so mitten im Fluge kommt manchmal der Einbruch. Eine traurige Nachricht, ein übellauniger Chef, eine Krankheit, finanzielle Nöte, Arbeitslosigkeit, das Ende einer Beziehung, familiäre Probleme….jeder kann eine lange Liste davon anfertigen.

Im Laufe eines Lebens treffen wir auf eine nicht voraussehbare Anzahl von Ereignissen, die einen guten Flug, um in dem Bild zu bleiben, verhindern können.

Warum ist es so und muss es notwendigerweise so sein?

Diese Frage berührt eine alte Fragestellung:

Wie kann ich glücklich sein?

Doch was genau ist unter Glück zu verstehen....

Unser Kulturkreis sieht Glück als etwas an, das fern von Leid und problematischen Ereignissen seine Qualität entfaltet. Glück ist hierzulande sozusagen das Gegenteil von Leid und damit als solches ein vergänglicher Zustand.

Aus (nicht nur) buddhistischer Sicht hingegen ist Glück nicht die Abwesenheit von Leid, sondern entsteht aus einer Grundhaltung dem Leben gegenüber. Das Leben nehmen wie es kommt, das Auf und Ab akzeptieren, wie eine Berg- und Talfahrt, wie den Wechsel von Nacht und Tag, der Sonnenstrahlen und dem Regen, dem Winter und Sommer. So wechseln sich auch leid- und freudvolle Ereignisse ab. Es lebt sich besser mit dem Lied und dem Tod als Begleiter.

Ein glücklicher Mensch begreift das Leben als Entdeckungsreise, er betrachtet mit der Neugier eines Kindes die Welt und nimmt sie und ihre Gesetze gleichwertig an.

In der Asche bleibt für manchen, wie für mich selbst auch, zurück die Bewertung, die hausgemachten Dramen die Leiden erschaffen und unfrei machen. Für mich persönlich ist der Aufbruch auch Ausstieg aus der Ablenkung vom Wesentlichen und damit Hinwendung zur Fokussiertheit trotz Gleichwertigkeit. Alles hat seinen Wert, alles hat seine Bedeutung, doch ich muss auch nichts überbewerten. Ich beende die Selbstumkreisung und begegne meiner Umwelt. Ich begegne meinem Gegenüber und entdecke mich selbst.

 

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Es wächst und gedeiht das, was ich füttere.

Wahrnehmung schafft Wirklichkeit.

Unsere Gedanken erschaffen unsere Realität.

Wir entscheiden, wie diese aussehen soll.

Das Durchhalten und die Hingabe an etwas ganz Neues bringt das Neue.

 

Was bedeutet das konkret für mein Leben?    

Alles, was mir begegnet hat seine Berechtigung. Leid, Freude, Ekel, Trauer, Wut, Angst, Ohnmacht, Sorge, Liebe.

Menschen unseres Kulturkreises wollen unangenehmen Dingen, Emotionen, Konflikten, Ereignissen, Symptomen etc. lieber nicht begegnen. Sie werden als lästige Störenfriede, die das Glück verhindern, empfunden und müssen missachtet oder sogar bekämpft werden, meinen viele.

Das Bekämpfen jedoch, raubt uns Kraft und Lebensfreude. Ständig auf der Hut kämpft man sich durch den Lebens-Dschungel. Den kleinen Glücksmomenten hinterherjagend wird das Leben zur Herausforderung und nicht wenige bleiben dabei auf der Strecke.

Zuviel Engagement, Kämpfen, Kontrollieren, Dramatisieren, Rationalisieren, Ablenken, Flüchten …..die Abwehrmechanismen des menschlichen Wesens….führen irgendwann zum Burn-Out, an dem unsere Gesellschaft krankt. Die Flamme wurde solange genährt, bis sie unkontrollierbare Formen annahm.

Eine weitere menschliche Eigenschaft sind Beschuldigungen. In hingebungsvoller Selbstumkreisung gibt der Mensch sich selbst oder anderen die Schuld für sein misslungenes Leben und sein Leiden. Dabei wird die Eigenverantwortung nicht wahr- und angenommen.

 

Geht es denn anders?

Ja!!!! Körper, Geist und Seele können in Einklang miteinander leben, wenn wir mehr Bewusstheit erlangen und uns selbst besser kennenlernen.

Ein Weg wäre die schulung der Achtsamkeit durch Meditation/Kontemplation oder innere Einkrehr. Dabei lernt der Übende anzunehmen was ist, ohne es zu bewerten. Das macht den Geist frei und entspannt. Wir üben uns in Annahme dessen, was ist.

Es erfüllt mich mit Freude zu beobachten, wie Emotionen, Symptome, Schmerzen, Probleme kommen, angenommen werden können und wieder von alleine gehen. Ganz ohne einen aufgeregten Geist. Das ist wahrhaftiges Glück.

Wir arbeiten bei phönIQs mit den 4 Elementen Luft, Erde, Wasser und Feuer. All diese Elemente sind in uns und um uns herum. Jedes Element steht für einen Aspekt und hat eine eigene Energie. Oftmals tritt ein Element besonders hervor, bei mir ist es das Feuer, das Willenskraft und Mut mit sich bringt. Dafür brauche ich viel Ausgleich in der Natur, die mich wieder erdet. Wenn jedoch ein oder mehrere Elemente nicht gelebt werden oder die Elemente ins Ungleichgewicht geraten sind, kommt der Mensch in Disbalance oder Stress und der Körper oder die Seele kann mit Krankheit antworten. Die phönIQs-Idee ist Körper, Seele, Geist und die 4 Elemente wieder in Einklang zu bringen.

 

Der Aufbruch des Phönix steht für den Aufbruch in die Eigenverantwortung und Selbstfürsorge. Der Phönix bricht auf in ein selbstbestimmtes, selbstverantwortetes Leben, das den eigenen Weg verfolgt. Er entfaltet seine Flügel um frei und glücklich zu sein.

 

Vision einer gesunden Gesellschaft

 

Jede/r lebt im Einklang mit sich selbst, dem Anderen und der Natur

das bedeutet...

  • Jede/r entfaltet sich frei – ohne Beschneidung seiner Flügel. (seines Potentials)
  • Selbstbewusstsein (Integrität, Authentizität, Stärke) und Gemeinsinn werden als überlebenswichtige Werte einer Gesellschaft geachtet
  • Gemeinschaft ist die tragende Säule, nicht der Erfolg des Einzelnen. Gemeinsam können Ziele erreicht werden und stellen sich Erfolge ein. Jede/r ergänzt den Anderen/die Andere.
  • Jede/r lernt und arbeitet mit viel Selbstbestimmung am richtigen Platz
  • Persönliche Grenzen und Stärken werden beachtet und kommuniziert
  • Jede/r darf ihren/seinen eigenen Weg (jenseits der Norm) gehen und wird darin bestärkt.
  • Jede/r tut vor allem das, was er/sie liebt und vermag
  • Jede/r ist Lehrer und schüler zugleich

 

Die Sängerin Bettina Wegner hat es in ihrem Lied „Kinder" (Sind so kleine Hände) auf den Punkt gebracht:

 

Gerade klare Menschen wären en schönes Ziel.

Leute ohne Rückrat haben wir schon zu viel.    

 

Herzlichst, Ihre Anke Ziehm