Gut Abschiednehmen ist eine Meisterschaft.
Ich habe in meinem Leben mehr als ein dutzend mir nahestehende Menschen verloren, habe meine erste Liebe, mein erstes Kind, Großeltern, Cousins, Freunde und Freundinnen, viele Tiere und meinen Vater verabschiedet. Für mich bedeutet Sterben durch ein Tor gehen. Wie es dahinter genau aussieht wissen wir nicht. Für mich ist es jedoch die Einheit im kosmischen Licht.
Trauerprozesse sind sehr individuell. Der Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres will angenommen werden. Der Verstorbene fehlt. Mit seiner Präsenz, Nähe, Wärme, Worten und Handeln.
Dabei stellen sich Fragen:
Warum musste er oder sie sterben? Wie soll ich leben ohne sie, ohne ihn?!
Vielleicht hätte ich gerne noch etwas gesagt, das bewegt mich in meinem Inneren. Es zeigen sich unterschiedliche Gefühle. Wut, Angst, Unsicherheit, Traurigkeit, Schuldgefühl, Einsamkeit, Verlassenheitsgefühl, Überforderung oder erst mal ein "Nichtwahrhabenwollen" oder gar Schockzustand.
Wie kann ich mich verabschieden, wo kann ich mich erinnern, trauern, mich verbunden fühlen?
Was gibt mir Halt?
Wo ist der Verstorbene jetzt für mich?
All das will gesehen, gefühlt und anerkannt werden, bis es sich irgendwann wandeln kann.
Ich begleite Sie individuell und wertschätzend in Ihrem Trauer- und Wandlungsprozess zu neuer Lebenskraft und Freude.
Angebot für Kitas und Schulen: Sabine Baukal und ich stehen Ihrer Einrichtung zur Seite und unterstützen bei einem akuten Todesfall im direkten Umfeld, bei der Kommunikation mit Eltern und Kindern, zur Begleitung des Teams bei einem Todesfall oder präventiv.
Wir bieten Informationen über Trauerprozesse der Altersgruppe, Impulse zur Abschiedsgestaltung, Aufarbeitung oder Vorbereitung im Team, oder einen Elternabend an und können bei der Vorbereitung eines Notfallkoffers für einen Todesfall unterstützen.
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andere, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten.
An keinem wie an einer Heimat hängen.
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen.
Wer will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen.
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wir vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!
von Hermann Hesse
Dieser wundervolle Text von Hermann Hesse hat mein Leben geprägt und mir beim Abschiednehmen geholfen wie auch alle Formen des Ausdrucks wie Malen, Schreiben, Klavierimprovisationen.
Viele Jahre habe ich als Trauerrednerin und Trauerbegleiterin bei Sternenzelt (Ev. Familienbildung in Bad Soden) Menschen in ihren schmerzhaften Abschiedszeiten begleitet, damit sie wieder frohen Mutes Neuanfänge wagen und Bindungen eingehen können.
Aktuell gestalte ich ein Trauerkartenfragen-Deck. Bald findest du mehr hierzu.
